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UX Prozess nett visualisiert

uxbasis - User Experience Prozess

Diagramme zur Erläuterung von User Experience gibts ja mittlerweile haufenweise. Ein besonders schönes Exemplar hat die hellogroup ins Netz gestellt. Das Diagramm UXBASIS beschreibt sowohl den Prozess und die einzelnen Disziplinen als auch die Tools und Methoden, die uns bei unserer täglichen Arbeit helfen. Damit ist es hilfreich für uns als Designer, um den Überblick zu bewahren, aber sicher auch spannend für Kunden, die wissen wollen, was hinter der Fassade des user centered web design steckt.

via uxbydesign.org

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Was macht denn eigentlich ein Konzepter? (Teil 1/2)

Ich hab das Gefühl, das wissen manchmal noch nicht mal die, die einen auf der Gehaltsliste haben. Zumindest aber herrscht Uneinigkeit darüber, was ein Konzepter tut – auf Seite der Klienten und manchmal auch auf Seite der Agenturen. Der erste Teil meines Artikels beschäftigt sich mit der Herkunft des Konzepters und mit der Frage was den Konzepter speziell in Deutschlad ausmacht.

Zur Abgrenzung und bevor sich jemand beschwert: der folgende Artikel bezieht sich auf den Online-Konzepter. Diese Spezies tritt bisweilen auch unter dem Pseudonym Konzeptioner oder Concept Developer auf.

Herkunft

Der Job eines Online-Konzepters ist  nicht so wirklich definiert. Er ist wie die ganzen anderen „Internet-Berufe“ aus der riesigen Erfogswelle des Internets in den 90ern entstanden und verdankt seine Etablierung der erforderlichen Spezialisierung derjenigen, die sich professionell mit dem Medium auseinandersetzten. Nannte man sich um 1994 herum Webmaster, so beherrschte man vermeintlich „alle“ Disziplinen, die mit dem neuen Medium zu tun hatten.Vermutlich taucht diese rustikale Jobbezeichnung soger heute noch in dem ein oder anderen Unternehmen auf. Dabei wirkt eine Jobbezeichnung, die die Phrase „Master“ beinhaltet heute schon ein wenig überschwänglich, oder nicht? Gleich im Anschluss kamen die Webdesigner, die sich bis heute gehalten haben und schon eine Art Spezifizierung vermuten lassen. Gegen Ende der Neunziger Jahre hatte das Web eine solche Verbreitung erreicht, dass die „Generalisten“ nicht mehr alle Bereiche abdecken konnten. Bis heute gab und gibt es eine Reihe heiterer Jobtitel für die verschiedenen Professionen.

Trotzdem ist der Konzepter auch heute noch die eierlegende Wollmilchsau unter den Online-Jobs. Die Übergänge zu anderen Disziplinen wie Programmierung oder Design sind fließend. Bei großen Werbeagenturen, die traditionell above the line agierten und dachten ist der Konzepter dem Beruf des Texters entsprungen. Auch heute arbeiten Online-Konzepter in traditionellen Werbeagenturen häufig noch sehr textlastig oder aber die Texter „schreiben“ die Online-Konzepte gleich mit. Oft sind es aber auch ausgebildete Designer, die getrieben durch einen generalistischeren Anspruch in die Rolle des Konzepters „hineinwachsen“. Fast allen gemein ist ein kreativer Background, sei es aus beruflicher Erfahrung oder angeborenem Talent. Und der ist genauso wichtig, wie das Verständnis für (technische) Zusammenhänge interaktiver verteilter Systeme und Webtechnologien.

Eine wirkliche Ausbildung zum Konzepter gibt es meines Wissens auch heute noch nicht. Es gibt aber eine Reihe von Studiengängen, die sicher eine hervorragende Basis bilden (z.B. mein damaliger Studiengang Medien- und Informationswesen). Um zusätzliche praktische Erfahrungen kommt man aber nicht drum herum.

Der Deutsche Konzepter

Je nach Belieben wird der Konzepter in Deutschland auch Konzeptioner oder Concept Developer genannt. Teilweise wird ihm auch der Titel Berater oder Consultant angehangen, was ich aber wirklich für zu Verallgemeinert halte. Immer mehr schwappen auch Jobtitel über den Atlantik, die (endlich) eine zunehmende Spezialisierung ankündigen. Vor allem bei größeren Agenturen und Unternehmen trifft man daher Information Architects, User Experience Designer/Consultants, Usability Experts/Consultants, Interaction Designer, Social Media Consultants usw. an. Vor kurzem bin ich über eine Ausschreibung gestoßen, in der ein „Querdenker“ gesucht wurde. Wer auf der Suche nach exklusiven Bezeichnungen ist, sollte sich mal den Bullshit Job Generator anschauen.

Die Wahrheit ist, in Deutschland ist der Beruf des Konzepters so unspezifisch, dass er ein bisschen von allem bisher genannten mitbringen muss. Konzepter sind die Denker, die Visionäre, die Strategen, die aus einer (manchmal auch keiner) noch so kleinen Idee das Beste für alle Beteiligten (Nutzer, Auftraggeber, Agentur?) herausholen müssen. Das kann der Relaunch einer internationalen Corporate Website sein, ein eCRM-Konzept, das GUI und Bedienkonzept einer komplexen Webanwendung oder ein Social-Media-Konzept. Offensichtlich muss er sich also sehr schnell in neue Themengebiete, Nutzergruppen undOrganisationen einarbeiten können. Auffällige Merkmale des Konzepters sind dazu eine ausgeprägte Neugier und eine gute Beobachtungsgabe. Oft wird ihm die Eigenschaft als Generalist nachgesagt.

Wie gehts weiter?

Im 2. Teil gehts um die folgenden Themen:

  • Was ein Konzepter macht
  • Was ein Konzepter nicht sein kann
  • Wo geht die Reise hin?

Der Artikel entsprich meiner eigenen Meinung. Wer Lust hat zu diskutieren darf das natürlich gerne über die Kommentarfunktion tun!

Usability in der Straßenbahn?

Auf dem Weg zu einem naheliegenden Kundentermin habe ich gestern mal auf die Straßenbahn zurückgegeriffen. Eigentlich habe ich ja eine Monatskarte. Nur dummerweise ist die zusammen mit meinem Geldbeutel zuhause liegen geblieben.

Da stand ich also dann vor dem Fahrkartenautomaten in der Bahn und überlegte, ob ich für drei Stationen bezahle (Geld hatte ich mir geliehen) oder ob ich eine Schwarzfahrt riskiere. Da kam mir die Frage auf: Ist mangelhafte Usability beim Fahrkartenautomaten eigentlich eine ausreichende Begründung zum Schwarzfahren?

Ich will nicht die Automatensoftware der Bonner Verkehrsbetriebe analysieren. In der Regel sind die User Interfaces ja schon recht einfach gehalten. Aber was wäre passiert, wenn ich dem Kontrolleur verkauft hätte: „Ich habe mich bemüht eine Fahrkarte zu kaufen, konnte aber den Kauf nicht abschließen, weil ich das User Interface nicht verstanden habe.“ Ich vermute stark, dass der Kontrolleur meine Argumentation nicht verstanden hätte. Fahrkartenkontrolleure müssen schließlich ja keine Usability-Experten sein. Und ich glaube, dass ich bei meinem Gegenüber mindestens in den Top5 der seltensten Ausreden gelandet wäre. Aber wer weiß das schon.

Letztendlich habe ich mich gegen den Fahrkartenkauf entschieden. Schließlich hab ich ja eine. Bei einer kurzen Google-Befragung habe ich immerhin herausgefunden, dass man gar nicht Schwarzfahren kann, wenn man eine gültige Montaskarte besitzt. Schließlich schädigt man das Verkehrsunternehmen ja nicht.

Wieder was gelernt.

Ein Einkauf bei Reifen.com

Aus aktuellem Anlass (Auto will Winterreifen) hab ich mir mal den Online-Shop von Reifen.com genauer angeschaut. Eine Analyse aus Sicht des Nutzers…

Reifen.com Warenkorb

Warenkorb

Ich hätte den Artikel auch Simplicity bei Reifen.com nennen können. Der Bestellvorgang und die Bedienung sind nämlich wirklich einfach. Ich muss sagen, ich hab mich als User gut aufgehoben und geführt gefühlt. Mir ist eigentlich lange nicht mehr so eine gute User Experience in einem deutschen Online Shop untergekommen. Gut, es funktionieren letztendlich (fast) alle. Aber die Wege zum Ziel sind mitunter not very usable.

Meine Analyse startet im Warenkorb. Ich habe also schon ein Produkt ausgesucht und bin jetzt bereit dieses zu kaufen. Genau das ist auch mein Ziel: möglichst schnell den Kauf abschließen. Ich will mich gar nicht mit zusätzlichem Ballast und irgendwelchen Zusatzinfos befassen.

Grundrauschen gegen Null

Als erstes fällt das klare Design auf, das den Fokus auf die wesentlichen Interaktionen lenkt und nicht durch lästige Teaser, Cross-Selling-Angebote etc. gestört wird. Buttons heben sich farblich und durch eine leichte Schattierung vom Hintergrund ab und sind durch einen 3D-Glossy-Effekt direkt als funktionale Elemente erkennbar. Buttons die einen weiter bringen sind dabei auffällig rot, Buttons zum Abbrechen sind grau.

6 Schritte zum Ziel

Sechs Bestellschritte kommt mir erst mal viel vor. Allerdings sind die Schritte alle schlüssig benannt und kommen mir logisch vor.

Reifen.com Adressformular

Adressformular

Bei der Eingabe meiner Adresse erklärt mir ein auffälliges Label am jeweiligen Feld, das Pflichfelder bitte auszufüllen sind. Außerdem wird das aktive Formularfeld noch mal markiert. Find ich gut, ist aber sicher nicht bahnbrechend. Die Formularvalidierung findet erst nach Klick auf den „Weiter“-Button statt. Das geht heuzutage sicher noch besser.

Freundlich

Manche Felder hätten auch besser gewählt sein können, z.B. das Geburtstags-Feld. So kann ich zwar als 99-Jähriger keine Reifen bestellen, wohl aber als 4-Jähriger. Die Fehlerhinweise sind dafür ausnahmsweise auch mal freundlich formuliert, z.B. „Um Ihre Bestellung ausführen zu können, möchten wir Sie noch um die Angabe Ihres Geburtsdatums bitten.“ Da ist doch alles gesagt und keiner muss sich auf den Schlips getreten fühlen.

Zahlungsmethode

Zahlungsmethode

Nicht alles gut

Beim Punkt Fahrzeugdaten angelangt wurde auf einmal irgend eine Kennziffer aus meinem KFZ-Schein abgefragt. Na super. Fahrzeugschein liegt im Auto. Hätte ich das mal früher gewußt, hätte ich mir die Eingabe meiner ganzen Daten auch sparen können. Das hätte man am Anfang des Prozesses schon mal erwähnen können. Meinen Warenkorb konnte ich immerhin speichern.

Fazit

Insgesamt hat Reifen.com schon sehr viel richtig gemacht. Da können sich andere Shops schon mal was abgucken. Jetzt sind Reifen natürlich nicht das komplexeste Produkt, das man online abbilden kann. Vielleicht liegt darin auch der Grund für die ganze Einfachheit.

da gehts schon los…

So, bin jetzt drin und hab mein erstes Blog angelegt.

War eigentlich ganz einfach, wenn ich nicht so verdammt Entscheidungsunfreudig wäre und mich für ein Theme entscheiden könnte. Das Standard-Theme war mir irgendwie zu langweilig. Jetzt hab ich mal eins aus den Beispielen gewählt, das bei den Beliebtesten nicht so weit vorne war 😉

Bin gespannt wies weitergeht…